Themenbereiche der Internationalen Biologieolympiade

Das internationale Reglement der Biologieolympiade schreibt für die theoretischen Klausuren der internationalen Endrunden gewichtete Themenbereiche vor. Auch die nationalen Runden orientieren sich ab der 2. Runde zunehmend an diesem Katalog, wobei natürlich vor allem in der 2. Runde nicht alle Themen angesprochen werden können. Als Anhaltspunkt kann die folgende Aufstellung dienen:

1. Zellbiologie (ca. 25 % )

- Bau und Funktion der Zellen

• chemische Grundbausteine: Saccharide, Lipide, Proteine/Enzyme (Aufbau, Funktionsprinzip),  Nukleinsäuren, ATP/ADP, NAD+, NADP+

• Zellorganellen

• Zellstoffwechsel: Dissimilation anaerob/aerob (Glykolyse / Zitronensäurezyklus, oxid. Phosphoryl.)  Dissimilation v. Fetten u. Proteinen;  Assimilation: Photosynthese

• Proteinsymthese

• Transport durch Membranen

• Mitose/Meiose


- Mikrobiologie

• Zellorganisation d. Prokaryonten

• Morphologie

• Foto- und Chemotrophie


- Biotechnologie

• Fermentation

• Gentechnologisch veränderte Organismen

 

2. Anatomie und Physiologie der Pflanzen (Schwerpunkt: Samenpflanzen) (15%)


- Bau und Funktion von Geweben und Organen, die an folgenden Prozessen beteiligt sind:


• Fotosynthese (Blatt, Stomata...)

• Transport von Wasser, Salzen und Assimilaten (Wurzel, Sproß, ..)

• Wachstum und Entwicklung (Meristeme, Kambium, ...)

• Fortpflanzung   ungeschl. und geschl. Fortpflanzung einschl. Farne/Moose;  Bau der Blüten, Bestäubung, doppelte Befruchtung, Generationswechsel


 

3. Anatomie und Physiologie der Tiere (Schwerpunkt: Wirbeltiere)(15%)


- Bau und Funktion von Geweben und Organen, die an folgenden Prozessen beteiligt sind:


• Ernährung und Verdauung (Verdauungstrakt, Resorption d. Nährstoffe, Nahrungsbestandteile...)

• Atmung (Gasaustausch, Atmungsorgane)

• Kreislauf (Blutbestandteile, Herz und Blutgefäße, Lymphsystem)

• Ausscheidung (Bau d. Niere, Bildung d. Urins)

• Neuronale und hormonale Regulation

- Nervensystem: peripheres NS, zentrales NS, autonomes NS; Reflexe; Sinnesorgane Auge/Ohr  Endokrines System; wichtige Hormondrüsen

- Fortpflanzung und Entwicklung

- Bau und Funktion d. Geschlechtsorgane; Ovulation u. Zyklus; Befruchtung  Bildung d. Keimblätter; Eihüllen• Immunologie (Antigene, Antikörper)


 

4. Ethologie (5%)

• angeborenes Verhalten

• Ursachen d. Verhaltens

• Konfliktverhalten

• Erlerntes Verhalten


5. Genetik und Evolution (15 %)

• Mutation und Modifikation

• Mendelsche Vererbungsregeln

• Multiple Allelie, Rekombination, X-chromosomale Vererbung

• Hardy-Weinberg-Gesetz

• Mechanismen d. Evolution: Mutation, Selektion, Isolation, Adaptation, Fitness



6. Ökologie (15%)

• Ökosysteme

• Nahrungsbeziehungen (Nahrungsnetz, -kette, trophische Ebenen, ..)

• Energiefluß (Biomasse- und Energiepyramiden)

• Bio-geochemische Kreisläufe (Kohlenstoff, Stickstoff)

• Sukzessionen

• Struktur und Dynamik der Bevölkerungsentwicklung

•  Geburtsrate, Sterberate, exponentielles Wachstum etc.

• Biosphäre und Mensch (Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung etc.)


 

7. Biologische Systematik (10%)

Bau und Funktion, Beziehung in Ökologie und Evolution zwischen typischen Organismen wichtiger systematischer Gruppen.


Die Kenntnis der taxonomischen Namen unterhalb von Familien bei Pflanzen und Ordnungen bei Tieren und der lateinischen Namen ist keine Bedingung für die erfolgreiche Lösung der Aufgaben aus den anderen Themenkreisen



 

 
clearpixelclearpixelclearpixel
clearpixelclearpixelclearpixelclearpixel